Der Krieg gegen Russland hat zahlreiche Ukrainerinnen und Ukrainer gezwungen, ihre Heimat zu verlassen. Auch Anastasiia und Oksana Prokhina sowie Anastasiia Tkachuk mussten aus der Ukraine fliehen und fanden schließlich in Clausthal-Zellerfeld ein neues Zuhause. Durch ihr Engagement in der Kinder- und Jugendarbeit gelang es ihnen, sich besser zu integrieren und gleichzeitig anderen zu helfen. Ihre Geschichte erzählten sie in der Bäckerei und Konditorei Biel in der Straße „In der Roe“.
Als Anastasiia Tkachuk nach ihrer Flucht im August 2022 in Clausthal-Zellerfeld ankam, war sie 21 Jahre alt. Die 17-jährige Anastasiia Prokhina und ihre Mutter Oksana waren bereits am 14. April 2022 angekommen – ohne Deutsch- und Englischkenntnisse. Besonders am Anfang war die Situation schwierig. Anastasiia Prokhina besuchte zunächst eine Realschule und fühlte sich oft unsicher und beobachtet, weil sie die Sprache nicht verstand und mit niemandem sprechen konnte. Die drei Frauen berichten deshalb von schweren ersten Monaten in Deutschland.
Um die Sprachbarriere zu überwinden, besuchten sie Sprach- und Integrationskurse. Dabei lernten sie Andrea Duit-Reith kennen. Sie engagiert sich im Verein „Bürger helfen Bürgern“ und wird von vielen Ukrainerinnen und Ukrainern in Clausthal-Zellerfeld liebevoll als eine Art „Mutter für alle Ukrainer“ bezeichnet, weil sie ihnen hilft, sie unterstützt und ihnen beim Ankommen in Deutschland zur Seite steht.
Durch den Verein konnten die drei Frauen neue Kontakte knüpfen und sich besser integrieren. Sie absolvierten eine Ausbildung zur Jugendleiterin und begannen anschließend, sich aktiv in der Betreuung von Kindern zu engagieren. Diese Arbeit half ihnen nicht nur im Alltag, sondern auch dabei, ihre Deutschkenntnisse deutlich zu verbessern.
Heute fühlen sie sich im Oberharz deutlich wohler. Anastasiia Prokhina wechselte inzwischen von der Realschule zum Robert-Koch-Gymnasium und besucht dort die elfte Klasse. Sie hat viele Freunde gefunden und fühlt sich inzwischen gut integriert.
Auch Anastasiia Tkachuk arbeitet eng mit Kindern zusammen. In der Ukraine hatte sie bereits an einem pädagogischen Institut studiert. Heute unterstützt sie an einer Schule ukrainische Kinder, übersetzt für sie und hilft ihnen bei den Hausaufgaben. Gemeinsam engagieren sich die beiden jungen Frauen außerdem als Jugendgruppenleiterinnen und betreuen Kinder von Mitarbeitenden der Rehazentren Oberharz.
Oksana Prokhina arbeitet ebenfalls mit Kindern. Beim Abenteuerspielplatz „Takoda“ der Kompetenzstelle Familie und Wirtschaft des Landkreises Goslar betreut sie als Jugendgruppenleiterin rund 30 Kinder. Für ihre Arbeit wurde sie besonders gelobt. Zusätzlich leiten Mutter und Tochter eine Theatergruppe im Verein „Bürger helfen Bürgern“.
Anastasiia Tkachuk bietet außerdem Tanzkurse für Kinder ab neun Jahren an und tritt mit ihrer Tanzgruppe auch bei Kinderfesten auf. Die Verantwortlichen im Verein sind sehr stolz auf die Unterstützung der drei Ukrainerinnen.
Auch für die Zukunft haben sie klare Pläne. Anastasiia Tkachuk möchte weiterhin mit Kindern arbeiten und Lehramt studieren. Oksana Prokhina plant eine sozialpädagogische Ausbildung. Ihre Tochter Anastasiia möchte nach dem Abitur Kunst studieren. Trotz ihrer Zukunftspläne fühlen sich alle drei in Clausthal-Zellerfeld sehr wohl. Besonders schätzen sie die Offenheit und Hilfsbereitschaft der Menschen vor Ort, die ihnen den Start in ein neues Leben erleichtert haben.
