In der Grundschule Clausthal endet der Unterricht werktags um 12.25 Uhr. Dann strömen viele Kinder zum Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB), um mit dem Bus nach Hause zu fahren. Gerade dort kann es turbulent und mitunter auch gefährlich werden. Um die Sicherheit der Schülerinnen und Schüler zu gewährleisten, engagieren sich seit Kurzem sieben Mitglieder des Vereins „Bürger helfen Bürgern Clausthal-Zellerfeld e.V.“ als Schülerlotsen am ZOB.

Früher befand sich direkt vor dem Schulgelände eine Bushaltestelle. Laut Schulleiterin Tatjana Gewecke sind Schulen in solchen Fällen verpflichtet, eine Aufsicht zu stellen. Diese Haltestelle existiert jedoch nicht mehr. Der Alte Bahnhof, der nun als zentrale Anlaufstelle für die Buskinder dient, liegt mehrere hundert Meter von der Schule entfernt. Dadurch hat die Schule keinen direkten Zugriff mehr auf die Haltestelle und kann dort keine eigene Aufsicht einsetzen. Auch eine tägliche Kontrolle durch die Polizei ist nicht leistbar.

Während es am Morgen noch ruhig zugeht, wird es mittags nach Schulschluss unübersichtlich. Die Kinder warten auf unterschiedliche Busse, spielen an den neu aufgestellten Spielgeräten oder laufen durcheinander. Manche müssen zudem eine Straße überqueren, um zu ihrem Bus zu gelangen. All das birgt ein erhöhtes Gefahrenpotenzial. Zwischenzeitlich stand die Idee im Raum, sogenannte „Gitterzäune“ aufzustellen, doch angesichts geplanter Umbaumaßnahmen im Bereich der Schulmensa neben dem ZOB war unklar, ob eine solche Lösung von Dauer wäre.

Den entscheidenden Impuls gab schließlich ein Besuch von Andrea Duit-Reith aus dem Vereinsvorstand in der Schule. Ursprünglich ging es um die Planung eines möglichen Sprachkurses, doch im Gespräch wurde die Problematik am ZOB deutlich. Der Verein reagierte schnell: Nach einer kurzen Abstimmung und einer Einweisung durch die Verkehrswacht Goslar erklärten sich sieben Freiwillige bereit, als Schülerlotsen einzuspringen. Seitdem sichern sie werktags zwischen 12.10 und 12.30 Uhr den Bereich am Alten Bahnhof ab.

Zu den engagierten Ehrenamtlichen zählen Vira Mamchenkova, Markus Reith, Viktoriia Brovko, Andrea Duit-Reith, Christine Ludwig, Oksana Bulakh und Oksana Prokhina. Ihr Einsatz ist zunächst bis zu den Sommerferien geplant. Ziel ist es, gemeinsam mit Stadt, Landkreis und den Grundschulen ein dauerhaftes Konzept zu entwickeln, um die Sicherheit der Kinder auch langfristig zu gewährleisten.

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